Jahrhunderthochwasser in Inning

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Jahrhunderthochwasser in Inning

Am Sonntag dem 07.06.2020 führten binnen weniger Minuten sintflutartige Regenfälle zu nie dagewesen Überschwemmungen und Vermurungen in der Katastralgemeinde Inning. Am stärksten betroffen waren Seeben sowie die Ortschaft Inning. Von den umliegenden Äckern schoss das Wasser mit großen Mengen Erdreich in das Ortgebiet.


Um 17:40 Uhr erfolgte die Alarmierung, es war für die Kameraden teilweise sogar schwierig das FF-Haus zu erreichen, da mehrere Straßen geflutet waren. Darüber hinaus waren viele unserer FF-Mitglieder selber betroffen und mussten zuhause die eigenen Häuser schützen.
Zunächst galt es sich einen Überblick über die chaotische Lage zu verschaffen, das Einsatzgebiet war riesig – insgesamt waren 32 Objekte betroffen. Darunter mehrere landwirtschaftliche Anwesen, zahlreiche Einfamilienhäuser und ein Pferdehof. Besonders schwer getroffen hat es die Häuser im Ortszentrum, deren Garagen sich komplett mit Schlamm und Wasser füllten. Unter anderem wurden 6 PKW zu Totalschäden, der Gesamtschaden ist enorm.
Um diese Mammutaufgabe zu stemmen wurden sofort Feuerwehren nachalarmiert und je nach Dinglichkeit auf die verschiedenen Einsatzorte aufgeteilt. Zur Unterstützung kamen die Wehren: Emmersdorf, Spielberg-Pielach, Leiben, Matzleinsdorf, Ornding, Mannersdorf, Roggendorf, Mank und Bischofstetten. Insgesamt standen 10 Feuerwehren, 150 Mann und 23 Fahrzeuge im Einsatz. Außerdem waren 18 Spezialfahrzeuge unterwegs – Bagger, Traktoren, Hoftracs, LKW und Bobcats.
Damit ein sicheres Arbeiten für die Einsatzkräfte zu ermöglichen und da die Straße mit einer zentimeterhohen Schlammschicht bedeckt war, lies die Einsatzleitung die Bundesstraße zw. dem Betriebsgebiet Inning und dem Grubbichl durch die Straßenmeisterei komplett sperren.
Besondere Aufmerksamkeit musste auf die Heizräume einzelner Objekte gelegt werden, ein Dieseltank drohte dem Wasserdruck nicht standzuhalten und 3000 kg Pellets wurden händisch aus einem Lagerraum entfernt um ein Aufquellen zu verhindern.
Nachdem die notwendigsten und dringlichsten Arbeiten erlegt waren, konnte der Einsatz um 05:00 kurz unterbrochen werden.

Das große Saubermachen

Am Montag 08.06.2020 um 08:00 Uhr ging es weiter, erst jetzt wurde das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. Wieder wurden Feuerwehren zur Unterstützung angefordert, um den vielen Betroffenen schnell helfen zu können.
14 Feuerwehren, 23 Fahrzeuge und insgesamt 130 Feuerwehrleute waren den ganzen Tag beschäftigt, Keller vom Schlamm zu befreien, Straßen und Gehsteige zu waschen und Gegenstände aus den Objekten zu räumen.
Bürgermeister Hannes Zuser war wie gestern vor Ort und begann bereits mit einem Sachverständigen die Schäden aufzunehmen.
Der Einsatz dauerte bis in die Nachtstunden, wahrscheinlich ist eine Verlängerung des Einsatzes am Dienstag notwendig, da das Ausmaß der Schäden so enorm ist.

 

Auf diesem Weg herzlichen Dank an alle eingesetzten Kameraden, besonders jene, die aus dem gesamten Bezirk zur Unterstützung anrückten und bis an ihre Belastungsgrenze arbeiteten.

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